Götz Werner in Nürnberg

Am Dienstag, 8. Juni sprach der Gründer der dm-Drogiermarkt-Kette, Götz Werner, an der Uni Erlangen-Nürnberg über seine Vision eines bedingungslosen Grundeinkommens. Der Hörssal platzte dabei aus allen Nähten und konnte nicht einmal alle Interessenten aufnehmen. Am Ende bedeutete dies: ca. 450 interessierte Zuhörer. Es war eine bunt gemischte Gruppe, Rentner, Schüler, Wissenschaftler und Nicht-Akademiker. Dies zeigt, dass das Thema Bedinungsloses Grundeinkommen die Menschen quer durch alle Bevölkerungsgruppen anspricht.

Was macht den Mann und seine Idee so interessant? Werner ist ein Unternehmer par Excellence. Im Jahr 1973 eröffnete er seine erste dm-Filiale; aktuell sind es ca. 2.250 Niederlassungen. Dabei beschäftigt dm mehr als 33.000 Mitarbeiter (Geschäftsjahr 2008/-2009). Werner fordert, dass alle Bürger einen gesetzlichen Anspruch auf ein bedingungsloses Grundeinkommen haben sollen. Bedingungslos heißt dabei wohlgemerkt, egal ob jemand gerade einer Arbeit nachgeht oder nicht. Dass dies zum Widerspruch anregt, ist klar. Und eine kritische Auseinandersetzung im Sinne einer ergebnisoffenen Forschungsfrage, genau das möchte der Unternehmer auch erreichen.

Werner ging in seinen Ausführungen auf grundsätzliche Fragestellungen ein. Es geht ihm nach eigener Aussage darum, die Menschen zum Nachdenken anzuregen, denn: Nur das, was die Menschen denken könnten, werde von der Politik realisiert. Und dass das bedingungslose Grundeinkommen Realität werden wird, daran glaubt Werner felsenfest.

Werner präsentierte sich im Verlauf des Vortrags als Visionär und glänzender Unterhalter. So bot der Vortrag eine ausgewogene Mischung aus Vision, Information, Unterhaltsamen und Nachdenklichem.

Was Götz Werner als Unternehmer und Visionär hervorhebt, ist sein positiv besetztes Menschenbild – der unumstößliche Glaube daran, dass Menschen danach streben, ihre Talente zur Entfaltung bringen zu können. Doch genau daran, so Werner, werden sie durch ordnungspolitische Regelungen wie Hartz IV gehindert. So lautet der Titel seines Vortrags dann auch: „Die Kraft der Initiative: Unternehmerisches Handeln und das bedingungslose Grundeinkommen“

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