Führungsverantwortung in bewegten Zeiten: Durch die Krise zur Entscheidung

Durch die Krise zur Entscheidung: Gelebte Werte und Sinnstiftung als Kern der Führungsverantwortung in bewegten Zeiten

Ein persönlicher Erfahrungsbericht von Dr. Georg-Suso Sutter
(Workshop auf dem WirtschaftsEthikForum der Metropolregion 2010,  22. April 2010, Nürnberg)

Die zugehörigen Folien finden Sie hier.

In der Präsentation beschäftige mich mit der Führungsverantwortung im Sinne der Personalführung (nicht mit der Unternehmenssteuerung); und damit mit meiner ganz persönlichen Führungsverantwortung als oberster Personaler gegenüber meinen zuletzt ca. 150 Mitarbeitern, die für die Betreuung/Steuerung der HR-Arbeit der Primondo GmbH mit im letzten Jahr noch ca. 15000 Menschen zuständig waren – einem Unternehmen, das mittlerweile in Folge der Insolvenz vom Markt verschwunden ist.

Ich beschäftige mich quasi in einer Nachreflektion mit dem, was mich geleitet hat oder besser gesagt mit den impliziten oder expliziten Werten, die über mein Handeln und ich meine auch über das meiner Führungskräfte im HR-Bereich und auch ins Unternehmen hinein Wirkung erzeugt haben.

Dabei möchte ich nicht den Eindruck erwecken, dass ich die Vergangenheit glorifiziere oder schön rede. Dazu besteht wahrlich kein Anlass. Aber es gibt schon etwas auf das die  ehemaligen Mitarbeiter im Personalwesen zu Recht ein wenig stolz sind: Es ist die Art und Weise wie wir bei allem Elend mit der Situation, mit den Menschen, mit uns selbst umgegangen sind.

Es gab für uns und es gibt keine Patentrezepte – es gibt aber das eigene Handeln, das sich letztlich, wenn auch oft unausgesprochen, an Faktoren wie Ängsten, Mut, Verankerung in informellen Netzwerken, individuellen Überzeugungen, dann aber insbesondere an Werten ausrichtet und von daher seine  Wirkung entfaltet. Ich berichte in der Präsentation von meinen Leitlinien – und ich denke zum Teil sind es auch die meiner ehemaligen  Führungskräfte.

Um ein weiteres Missverständnis zu vermeiden: Die Entscheidung für eine werteorientierte und sinnstiftende Führung muss natürlich früher gefallen sein. Diese kann nicht in der Krise einfach aus dem Zylinder gezaubert werden, um damit Wirkung zu erzeugen.

Von einem bin ich jedoch mehr denn je überzeugt:  Werteorientierte und sinnstiftende Führung zeigt gerade in extremen Veränderungen ihren Nutzen, ihre Menschlichkeit und ihre Wirkung. Sie wird sichtbar an Menschen, die diese Werte nachleben, sich anstecken lassen und sich damit als Persönlichkeit und als Führungskraft entwickeln und reifen. Sie zeigt sich aber gerade auch in der Veränderung im Handeln der Geführten und in der eigenen Klarheit und Stabilität.

Wie schon gesagt: Wenn ich in der Präsentation die von mir in der Krise erlebte „gute Führung“ beschreibe, dann will ich nicht suggerieren, dass dies alles geplant war, und auch nicht, dass es nur gute Führung gab. Mir wurde es aber in der Nachreflektion immer deutlicher, dass gute Führung einfacher und weniger anstrengend ist als schlechte Führung. Ja, dass nachhaltig gezielte Investitionen in die Führungsarbeit dann in der Krise vieles erleichtern und sich so manche (oft akademisch) komplizierte Führungsdiskussionen erübrigen. Deshalb erlaube ich mir die Fokussierung auf „gute Führung“.

Mein Ziel ist es dann auch, Ihnen in der Präsentation „Nach-Denkens-Wertes“ oder Anlässe zur Reflektion  für Ihren Alltag oder Ihre Führungspraxis anzubieten

Meine Leitfragen für die Präsentation:

An was haben wir uns orientiert? Wie sind wir mit der Sinnbildung umgegangen als es mit der Firma zu Ende ging?

Was habe ich in der Krise persönlich als „wertvoll“ erfahren, das mich getragen hat?

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